Diabetes im aktiven Alltag - Kira berichtet

Hey zusammen, ich heiße Kira , bin 25 Jahre alt und arbeite als Gärtenin in der Fachrichtung Baumschule. Seit meinem 9. Lebensjahr habe ich die Diagnose Typ 1 Diabetes . Arbeiten und Diabetes Management , wie soll man das kurz beschreiben ...? Ganz einfach :Achtsamkeit Ich bin auf dem landwirtschaftlichen Betrieb meiner Eltern aufgewachsen und hatte schon immer viel mit Bewegung und harter Arbeit zu tun. Viele unzählige Schwankungen -von Unterzucker bis Überzucker. Viele verzweifelte Momente, die man überhaupt nicht gebrauchen konnte... Ich war immer drausen mit am helfen und habe viel Sport (Hip Hop Tanzen im Verein) gemacht. Bin dann angefangen unmengen an Flüssigkeit zu mir zu nehmen und musste demnach oft zur Toilette. Verdacht meiner Eltern: Blasenentzündung Also ab zum Kinderarzt. Diese hatten schnell einen anderen Verdacht und wollten meinen Blutzucker messen. Dieser war aber nicht messbar. Sofort hieß es für meine Eltern und mich , ab nach Hause, Koffer packen und ins Klinikum. Dort angekommen wurde erneut versucht zu messen. 770 stand auf dem Gerät! Nach erfolgreicher Einstellung wurde ich mit den damaligen Plastik Spritzen und einem Blutzuckermessgerät nach Hause entlassen. Kurze Zeit später kamen die PENs zum Einsatz.

In der Realschulzeit wurde ich auf die Insulinpumpe Accu Chek Spirit Combo eingestellt. Weiter Blutzucker messen. Als es dann nach der Schule um die Zukunftspläne ging , war ich am überlegen, worauf habe ich Lust? Die Frage ob es mit dem Diabetes überhaupt gehen würde haben meine Eltern und ich uns nie gestellt. Wozu auch ? Es war ein Teil von mir mit dem ich recht schnell gelernt hatte offen und ehrlich umzugehen. Büro war mir zu langweilig, also musste es was drausen sein. Resultat: die Baumschule, wo ich öfter meine Ferien mit jobben verbracht hatte!

Dort meine Ausbildung angefangen musste ich schnell wieder ins Klinikum und neu eingestellt werden.... Andere Tätigkeiten als in der Schule.

haben doch häufiger als erwartet eine Unterzuckerung hervor gerufen. Mein damaliger Chef nahm mich mal zur Seite und fragte ganz ehrlich, ob ich mir sicher sei, dass der Beruf der richtige für mich wäre. Er kannte sich überhaupt nicht mit der Materie Diabetes aus . So eisern wie ich war habe ich mich durch die Neueinstellung von mellitus Typ 1 und Ausbildung geboxt.

Für die genauere Kontrolle meiner BZ-Werte hat meine Diabetologin mir vorgeschlagen ein CGM-Messgerät zu verwenden. Ich habe sehr lange gebraucht mich mit dem Sensor anzufreunden. Im Sommer ist dieser oft abgefallen, sodass ich ihn in die Ecke geschmissen habe. Nach einem Jahr meinte meine Ärztin wieder: Sie arbeiten in der Baumschule, haben oft die Hände dreckig, die einstichstellen am Finger sind schon so verhärtet.. bitte bitte nutzen Sie wieder einen Sensor . Geschlagen gegeben nahm ich das Rezept wieder an. Ich achtete genauer auf meine Schwankungen und stellte an der Pumpe in den Momenten der Abweichungen die Basalrate um . Neue Firma neues Glück. Schnell allen Arbeitskollegen und Chefs von meiner "Behinderung " erzählt. Diese nahemen das sehr schnell auf und stellten viel Fragen. Wenn meine Kollegen merken ich bin nicht mehr ganz bei der Sache oder werde blass, gehe ich schnell in den Aufenthaltsraum um was zu essen oder trinken. Ich bin vollzeit am arbeiten, mehrmals die Woche bei meinem Pferd im Stall und mache gelegentlich zuhause Workouts oder hula hoop. Habe mir einen Instagram Account zugelegt und viele gleichgesinnte gefunden. Das wichtigste ist offen und ehrlich reden und immer Gummibärchen oder Apfelsaft dabei zu haben.

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