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Blutzuckerschwankungen - Nina über ihre Erfahrungen

Schreib' etwas zum Thema Blutzuckerschwankungen...


Hm - davon kann ich grad ein Liedchen singen! Hi, ich bin Nina, 43 Jahre alt, seit 28 Jahren Typ 1-Diabetikerin. Blutzuckerschwankungen kennen wir ganz sicherlich alle. Das gleiche Essen, der gleiche Blutzucker-Ausgangswert, die gleiche Tageszeit: komplett anderes Blutzucker-Ergebnis als am Tag zuvor. Das war für mich auch immer normaler Alltag.

 

Blutzuckerschwankungen, die zyklusabhängig sind, kannte ich jedoch bis vor einigen Jahren überhaupt nicht. Da zeigte sich plötzlich, dass mein Langzeitinsulinbedarf relativ regelmäßig schwankt und ich konnte dort den Zusammenhang zum Zyklus recht schnell erkennen und einigermaßen anpassen. Mittlerweile allerdings ist das nochmal ganz anders geworden und ich habe das Gefühl, dass ich dem Diabetes gerade nur noch "hinterherrennen" kann.


 

Natürlich muss ich auch die KE-Faktoren leicht anpassen, aber das Langzeitinsulin ist mein größeres Problem: der Langzeitinsulinbedarf schwankt so stark, dass ich an fast allen Tagen innerhalb eines Monats mein Levemir anpassen muss. Manchmal passt es für zwei, drei Tage am Stück, aber das ist totale Glückssache. Die Zykluslängen sind inzwischen auch nie gleich, meist vollkommen anders als im Monat zuvor, was eine sinnvolle Anpassung des Insulinbedarfs im Vorhinein fast unmöglich macht.

 

Wenn ich dann eine Einheit zuwenig Langzeitinsulin habe, bin ich den ganzen Tag viel zu hoch, muss dauernd korrigieren und schieße mich dann in einen Achterbahn-Wechsel aus Unterzucker, zu viel Traubenzucker, wieder zu hoch, wieder spritzen und immer so weiter. Eine Einheit Langzeitinsulin zuviel beschert mir 24 Stunden lang zu niedrigie Werte, so dass ich ständig essen muss. Natürlich ist dieser schwankende Blutzucker extrem anstrengend und die niedrigen Werte natürlich sowieo. Und hier muss ich sagen, dass Unterzuckerungen mich körperlich viel mehr mitnehmen als früher, insbesondere natürlich, wenn sie sich häufen.

 

Wenn ich Glück habe und den richtigen Insulinbedarf für genau diesen Zyklustag treffe, erwartet mich noch in ca. 50% der Fälle ein Dawnphänomen, jedoch auch hier völlig ohne Muster, aus dem ich etwas ableiten könnte. Die Tipps zum Dawnphänomen versuche ich natürlich alle umzusetzen: Langzeitinsulin so spät wie möglich spritzen, möglichst 3 Stunden vor dem Schlafen nichts essen, kein neues Insulin etc., damit ich den Ausgangswert für die Nacht besser absehen kann. Das geht natürlich in der Realität nicht immer, aber manchmal schon.


Woher das ganze Chaos kommt, ist mir natürlich klar: alles verändert sich und ich werde definitiv nicht jünger. Unnötig zu sagen, dass ich das auch an vielen anderen Dingen bemerke, insbesondere aber am Blutzucker. Oft habe ich gerade das Gefühl, ich hätte ganz frisch Diabetes und würde nichts verstehen. Und das nach fast drei Jahrzehnten, wo man doch meinen sollte, man würde sich auskennen.

 

Meine Lösung für die Sitution? Ich habe mich tatsächlich nach 28 Jahren ICT mit dem Pen entschieden, auf eine Pumpe umzusteigen, obwohl das in der Vergangenheit für mich nie denkbar war. Ich freue mich sehr auf das AID-System und hoffe, dass mir das wirklich Erleichterung bringt. Bis es (hoffentlich bald) soweit ist, experimentiere ich mit meinem Langzeitinsulin, spritze manchmal statt 1x in 24 Stunden eine kleinere Menge bereits nach 12 Stunden nach, um eine bessere Grundversorgung hinzubekommen. Und ich fahnde weiterhin nach Mustern, die mir irgendetwas zeigen könnten... Die Hoffnung darauf bleibt!

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